100 Jahre Schützengesellschaft Ennigloh
Eine Zeitreise durch die Vereinsgeschichte

1906
In Berlin läßt der arbeitslose Schuster Wilhelm
Viogt, verkleidet als Hauptmann, den Bürgermeister
von Köpenick verhaften und beschlagnahmt die
Stadtkasse, während in Ennigloh wegen der
wachsenden Bevölkerungszahl und der Zunahme der
strafbaren Handlungen der erste hauptamtliche
Polizeibeamte der Gemeinde eingestellt wird.
1911 wird Richard Schäfer Amtmann von Ennigloh.
In diesen Jahren kann die Schützengesellschaft Ennigloh eine
rasch ansteigende Mitgliederzahl und somit einen stetigen
Aufschwung verzeichnen.
Im Jahre 1913 entschließt sich der Landwirt Kisker, der auch schon
den Schießstand errichtet hatte, nun auch die Schützenhalle zu bauen.
Die Inangriffnahme der Bauarbeiten erfolgt im Frühjahr 1914.
-Der 1. Weltkrieg-
1. August 1914 - Das Deutsche Reich erklärt Rußland
und zwei Tage später Frankreich den Krieg.
Der heimischen Bevölkerung hat das Jahr 1914 ohnehin
einen schweren Schlag versetzt: im Frühjahr fallen viele
Kinder der unbarmherzigen Diptherie zum Opfer.
Das Schützenfest wird in diesem Jahr nicht gefeiert. Zwar sind die
Vorbereitungen zum Fest in vollem Gange - die Ennigloher haben
schon Straßen und Häuser mit Grün und Fahnen geschmückt - da
verkünden am 31. Juli die Glocken von Bünde die Mobilmachung.
Während der Kriegsjahre ruht die Schützensache vollkommen.
Der Friedensvertrag wird am 28. Juni 1919 unterzeichnet
und die Verfassung der Weimarer Republik verabschiedet.
An den Wahlen für die verfassungsgebende Nationalversammlung
dürfen erstmals auch Frauen teilnehmen!
So wie es allen anderen ergeht, erholen sich auch die Ennigloher
nur langsam von den Kriegsfolgen.
-Die Zwanziger-
Die Inflation ist unbeschreiblich: im September kostet 1 Liter
Milch 5.200.000,00 Mark und war im Oktober nicht unter
2 Millarden Mark zu haben.
Zwar läßt das Jahr 1919 noch keine Feststimmung aufkommen
doch sieht man im Frühjahr 1920 die Schützen von Ennigloh wieder
emsig bei der Arbeit und Anfang Juli feiert man bereits wieder ein
Schützenfest. In den Zeiten der Inflation erfahren die alljährlichen
Schützenfeste wieder eine Unterbrechung, und zwar 1922 und 1923.
1925 übernimmt dann Max Torweihe den Vorsitz und macht sich
um die Gesellschaft besonders verdient, bis er 1937 von Heinrich
Böckstiegel abgelöst wird.
-Die Dreißiger-
1934: Die Technik schreitet fort:: Das Luftschiff
"Graf Zeppelin" startet in Friedrichshafen zu seiner
Fahrt nach Rio...und zeitgleich bereitet Adolf Hitler
seine Machtübung vor.
...und in Bünde wird die Bismarckbrücke
eingeweiht.
Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten geht an den
Vereinen nicht spurlos vorüber. So werden 1934 auch die Ennigloher
Schützen in den Deutschen Schützenbund eingegliedert, der eine
Unterorganisation des Reichsbundes für Leibesübungen darstellt.
Nach der neuen Satzung heißt der 1. Vorsitzende nun "Vereinsführer".
Bürgermeister Schäfer leitete persönlich diese wichtige Versammlung.
Angesagter Zweck des Vereins ist nun "die leibliche und seelische
Erziehung seiner Mitglider im Geiste des nationalsozialistischen
Volksstaates".
1939 - der 2. Weltkrieg
Das letze Schützenfest vor dem 2. Weltkrieg wird am 1. Juli
1939 begangen und niemand ahnt die Katastrophe, die bald
hereinbricht...
-Die Nachkriegszeit-
Mit der Währungsreform 1948 kommt die "soziale
Marktwirtschaft - es geht wieder aufwärts und
1949 wird vor dem parlamentarischen Rat in Bonn
das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
feierlich verkündet.
Theodor Heuss wird Bundespräsident.
Der Wiederaufbau beginnt - denn auch unsere Stadt
ist von den Kriegseinflüssen gekennzeichnet. In
Ennigloh wird Dr. Erich Martens Amtsdirektor und
Wilhelm Kammann Amtsbürgermeister.
Und die Ennigloher Schützen? Unmittelbar nach dem Krieg
denkt natürlich noch niemand an das Schützenwesen, zumal
alle Vereine durch Verordnungen aufgelöst werden.Ein Jeder
ist damit beschäftigt, sich eine neue Existenz aufzubauen und
zu überleben.
Doch ab 1949, nach der Bildung der deutschen Bundesregierung
können die Vereine ihre Arbeit wieder aufnehmen. So versammeln
sich im Oktober 1949 erstmalig wieder 43 Schützen im Schützenhof.
Unter dem Vorsitzenden Heinrich Böckstiegel wird die Gesellschaft
zu neuem Leben erweckt.
-Die Fünziger-
Die Bundesrepublick Deutschland wird 1951 in den
Europarat aufgenommen.
Das Wirtschaftswunder beginnt.
Die heimatliche Bauindustrie erreicht einen nie geahnten
Aufschwung - so kann sich Ennigloh 1956 mit einer neuen
Volksschule und 1958 mit dem Neubau einer ev. Kirche
schmücken.
Die Fünfziger sind auch für die Ennigloher Schützen
ereignisreiche Jahre.
Die Satzungen, die 1950 erlassen werden, sind den neuen
Verhältnissen angepaßt. Der Grundsatzt: Gemeinsinn und
Eintracht zu fördern, bleibt erhalten.
Nun werden auch wieder rauschende Feste gefeiert. Das
50 jährige Bestehen stellt 1952 den glanzvollen Höhepunkt der
gesamten Ennigloher Bevölkerung dar. Das deutsche
Wirtschaftswunder beseelt auch die Vereine. Ein stetiges
Ansteigen der Mitgliederzahl zeugen von der starken Anziehungskraft
der Schützengesellschaft Ennigloh. Ein eigener Spielmannzug wird im
Jahre 1953 gegründet, der sich schnell in vielen überregionalen
Wettbewerben auszeichnet. Dank des starken Zusammhalts
der Mitglieder und voll Hoffung auf unbeschwerte Zeiten keimt schon bald
darauf der Wunsch nach einem neuen, eigenen Schießstand auf,
der schon 1954 in Angriff genommen wird. Dies ist auch ein Grund
dafür, dass die Schützengesellschaft Ennigloh am 26.4.1955
in das Vereinsregister beim Amtsgerichts Bünde eingetragen wird,
Pünktlich zum Schützenfest 1956 kann man ausführlich in der
Presse über die Einweihung des neu erbauten Schießstandes in
Ennigloh lesen, der einer der besten im Regierungsbezirk
Detmold ist. Die Baukosten belaufen sich auf 22.363,20 DM.
Den Ehrenschuß gibt zu diesem Anlaß Amtsdirektor Dr Martens
persönlich ab. Nun kann die Schützengesellschaft ihren eigentlichen
Sinn, nähmlich die Förderung des Schießsportes, ganz erfüllen.
1957 gibt Heinrich Böckstiegel nach 24 bestimmt nicht mehr
schattenlosen Jahren den Vorsitz an Hermann Kronsbein ab.
Der Schießsport - inzwischen eine olympische Disziplin -
erhält durch den Beitritt zum Deutschen Schützenbund einen
ganz neuen, bedeutenden Stellenwert, er rückt nun immer mehr
in den Vordergrund . Sportliche Erfolge reihen sich aneinander
- aber auch das sogenannte Gesellschaftschießen um Pokale
und Sachpreise erfreut sich großer Beliebtheit.
Die nächsten Jahre verlaufen ohne besondere Vorkommnisse
in gewohnter Tradition: Schützenfeste mit großer Polonäse und
anschließenden Feuerwerk auf Kiskers Wiese bilden herausragende
Ereignisse. Die Kinderschützenfeste mit fröhlichen Spielen und Kuchen,
Kakao und Kinderschützenkrone ziehen mit über 1000 Kinder in ihren Bann.
Ebenso gehört der Feldgottesdienst zur traditionellen und gern
besuchten Einrichtung. Zu dieser Zeit wird das Jugendschutzgesetz
sehr genau ausgelegt - so ist in der Presse die Mitteilung des
Kreisjugendamtes zu lesen: "15jährige gehören nicht auf den Tanzboden".
-Die Sechziger-
1961 - Trotz Bau der Mauer: das Leben pulsiert -
Sport wird wieder groß geschrieben.
In Ennigloh werden neue Sportplätze und 1966
gar ein modernes Hallenbad eröffnet.
Die geheime Vorstandswahl der Ennigloher Schützen kann
1963 Fleischermeister Julius Lange für sich verbuchen.Unter
seiner souveränen Leitung und seinem gewinnenden Naturell
steigt die Mitgliedzahl auf über 400 an.
Unter den Bünder Schützenvereinen wird nun regelmäßig mit
Erfolg ein Stadtpokal ausgeschossen. Mal gefragt, wieso
ausgerechnet die Ennigloher Schützen so gut schießen,
antwortete Lange verschmitzt lächelnd:" Die sind bloß zu
faul zum Wackeln".
Da der Fortschritt auch bei den Sportwaffen rasante Sprünge
macht, kann im Jahre 1964 das erste "rückstoßfreie"
Luftgewehr vom Typ Feinwerbau angeschafft werden, und
zwar zum Preise von 370,00 DM. Ansonsten wird immer mehr
die Mahnung zu mehr Sparsamkeit laut, zumal die Kosten für
die Ausrichtung der Feste immens angestiegen sind.
Gleichzeitig wird dem Ansinnen auf Nachwuchs mit der
Gründung eines Jugendfanfarenzuges Rechung getragen.
So plätschern die nächsten Jahre in traditioneller
Schützenmanier dahin...
1969
die Welt horcht auf - der erste Mensch betritt den Mond
und im gleichem Jahr ist die Stadt Bünde und das Amt
Amt Ennigloh nach dem "Herford-Gesetz" wieder vereint.
-Die Siebziger-
Die Bundesrepublik und die DDR unterzeichnen
am 21.12.1972 in Ost-Berlin den
Grundlagenvertrag zwischen beiden deutschen
Staaten.
Bünde entwickelt sich infolge der Stadtsanierung
zu einer mordernen, aufstrebenden Stadt. In Ennigloh
steht ein großzügiges Schulzentrum
und die Anbindung an die Autobahn steht kurz vor der Vollendung.
Zur dieser Zeit, und zwar im Frühjahr 1975, wird der
langjährige Vorsitzende der Ennigloher Schützen Julius Lange
von Friedhelm Brinkmann abgelöst...
Das sportliche und gesellschaftliche Schützenleben verläuft
weiterhin planmäßig, bis..
---ja, bis 1978 die Heimat der Ennigloher Schützen, der
Schützenhof mitsamt des Schießstandes zugunsten des
Marktkauf-Hobbymarktes der Abrißbirne zum Opfer fällt.Die
Gesellschaft steht buchstäblich vor dem Nichts und entwickelt
sich zwangsläufig zu einem "Wanderverein". Einige Sportschützen
frönen ihren Schießsport vorübergehend oder gar dauernt in Nachbarvereinen,
während andere diesem Sport leider gänzlich den Rücken kehren. Die
Schützenfeste werden nun im Festzelt auf der Wilhelmshöhe gefeiert und die
Winterbälle finden zunächst im Saal der Wilhelmshöhe statt, danach auf den
"Elseterassen", und schließlich in der Gaststätte "Zur Klinke" statt. Es ist alles in allem
eine etwas farblose Zeit, die das Schützenwesen der Ennigloher doch sehr
einschränkt. Die Zeiten haben sich ohnehin gewaltig geändert: Wohlstand und
ein Groß an Freizeitangeboten haben inbesondere bei den Jugendlichen "Gemeinsinn
und Eintracht" stark verdrängt. Den Schützen dient indes schon bald ein provisorisch
hergerichteter Luftgewehr-Schießstand auf der Wilhelmshöhe in der Gäststätte
"Zur Pumpe", denn Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Für Wettkämpfe oder gar
Meisterschaften ist dieses Provisorium jedoch denkbar ungeeignet.
-Die Achtziger-
Das Computerzeitalter hat Deutschland voll erfaßt
und das Wort "Handy" ist ebenfalls kein Fremdwort mehr.
Alles ist neu und modern und dementsprechend ist auch 1981
in Bünde das neue Rathaus zu bewundern.
Man geht eben mit der Zeit...
...nur die Ennigloher Schützen treten auf der Stelle. Zwar geht das Schützenleben
weiter, der Vorsitz geht 1980 an Reinhold Börmck.1982 an Günter Kuckuck
und 1986 übernimmt Werner Beinke die Leitung, doch sind einschneidende
Veränderungen nicht zu verzeichnen. Wohl weden mehrfach Anstrengungen
unternommen, einen neuen Schießstand zu errichten, der Erfolg bliebt bei den
Ennigloher Schützen jedoch versagt. Immer andere Hindernisse bringen das
jeweilige Vorhaben zum Scheitern. Große Skeptiker geben für dem
Verein kaum einen Pfifferling. So scheint es verwunderlich, dass im
sportlichen Bereich trotz alledem beachtliche Erfolge zu verzeichnen sind.
Die Ennigloher sind eben zäh! Auch ist der Schießsport lange keine Männerdomäne mehr,
die Damen drängt es mehr und mehr zu Luftgewehr und Luftpistole.
-Die Neunziger-
Wer kann es vergessen : - Der Beitritt der
ehmailgen DDR zur Bundesrepublick
beendet die mehr als 40 jährige
Teilung Deutschlands.
Auf der Wilhelshöhe findet im Frühjahr 1990 die alljährliche
Jahreshauptversammlung statt und die Ennigloher Schützen
wählen aus ihrer Mitte Karl-Heinz Altemeier zu ihrem
Vorsitzenden.
Im Juni 1995 findet im festlichen Rahmen die feierliche Einweihung
statt. Im gleichen Jahr wird schon der Winterball in den noch
"frischen" Räumlichkeiten gefeiert.
Die Mühe hat sich gelohnt - neue Mitglieder werden gewonnen, die
Stände sind zu den Traingingsabenden belegt und mit beachtlichen
sportlichen Erfolgen, wie zahlreiche Kreis-, Bezirks- und sogar
Landesmeistertiteln, kann aufgewartet werden.
Es geht aufwärts...
--Die Jahrtausendwende--
2002 -100 Jahre Schützengesellschaft Ennigloh
Auch nach 100 Jahren noch ist der Zweck der Ennigloher
Schützengesellschaft die Förderung der Schießsports mit
dem Leitmotiv "Gemeinsinn und Eintracht".
Dies hat auch für die Zukunft Gültigkeit - Die Weichen in die richtige Richtung sind gestellt!


Eine Zeitreise durch die Vereinsgeschichte

1902 - Die Anfänge
1902 - was für eine Zeit! Mit großem Ehrgeiz
regiert Kaiser Wilhelm ll. das Deutsche Reich. Auf
dem Internationalen Frauenkongreß in Berlin wird
1904 der Weltbund für Frauenstimmrecht
gegründet!
Und in Bünde blüht die Zigarrenindustrie mit weit
über 100 Zigarrenbetrieben! In den meisten
Stuben werden Zigarren gedreht.
Zu dieser Zeit löst sich die Stadt Bünde aus dem
Amtsverband Bünde und wird am 22.Mai 1902
mit seinen fast 5.000 Einwohnern zur amtsfreien
Stadt erklärt. Die Trennung ist vollzogen - Stadt
Bünde und Amt Ennigloh. Die Stadt Bünde erwählt
Karl Straubel zu seinem ersten Bürgermeister,
während die Geschicke des Amtes Ennigloh vom
Amtmann Ferdinand von Schütz geleitet werden.
Bereits am 17.Juli 1903 kann das neu erbaute
Amtshaus Ennigloh seiner Bestimmung
übergeben werden.
Ob aus dieser frisch gewonnenen Eigenständigkeit des Amtes
Ennigloh auch der Wunsch auf eine eigene
Schützengesellschaft keimte, kann heute nur vermutet
werden. Belegt durch Protokolle ist jedoch, dass sich am
14.September 1902 durch einen Aufruf in den Zeitungen von
Bünde im Lokal Giersberg (heute Hotel Handelshof) 56 Männer
aus Ennigloh einfinden und die Schützengesellschaft
Ennigloh gründen. Zum Vorsitzenden des zunächst
provisorischen Vostandes wird Herr Adolf Giersberg gewählt.
"Zur Deckung etwaiger Unkosten" wird ein Jahresbeitrag von
50 Pfennig festgesetzt. Die in der darauffolgenden
Generalversammlung vom 28. September 1902
angenommenen Statuten haben folgende Präambel:
Zur Förderung des Gemeinsinns und der Eintracht stiften die
Bewohner der Gemeinde Ennigloh und deren nächsten
Umgebung die Ennigloher Schützengesellschaft zu Ennigloh,
aus welcher ein Schützenbataillon gebildet wurde.
Der § 1 der genannten Statuten stellt fest, dass Mitglieder der
Gesellschaft nur solche Personen werden können, die das
18.Lebensjahr erreicht haben und auf deren bürgerlichen Ehre
kein Makel haftet.
Erstes Ziel der Schützengesellschaft ist ohne Frage ein eigener
Schießstand. Der Versuch der Brauerei Altwein & Huber aus
Bielefeld, einen Schießtand zu bauen, wenn die Schützen
sich verpflichten, den Stand zu verzinsen, schlägt fehl.
Landwirt Kisker aus Blanken macht den Ennigloher Schützen das
Angebot, auf eigene Kosten einen Schießstand zu errichten - das
Angebot wird gern angenommen und gleichzeitig beschlossen,
vom 13. -15 August 1904 auf den Kiskerschen Grundstück in Blanken
das erste Schützenfest zu feiern. So geschehen mit dem ersten
Schützenkönigspaar Adolf Giersberg und Minna Rodenberg.
Ein Jahr später - neuer Vorsitzender ist inzwischen der
Kaufmann Heinrich Breitenbürger - erringt Albert Schwedthelm
die Schützenkönigswürde, zu seiner Königin
erwählt er Frau Frieda Landwermann.
regiert Kaiser Wilhelm ll. das Deutsche Reich. Auf
dem Internationalen Frauenkongreß in Berlin wird
1904 der Weltbund für Frauenstimmrecht
gegründet!
Und in Bünde blüht die Zigarrenindustrie mit weit
über 100 Zigarrenbetrieben! In den meisten
Stuben werden Zigarren gedreht.
Zu dieser Zeit löst sich die Stadt Bünde aus dem
Amtsverband Bünde und wird am 22.Mai 1902
mit seinen fast 5.000 Einwohnern zur amtsfreien
Stadt erklärt. Die Trennung ist vollzogen - Stadt
Bünde und Amt Ennigloh. Die Stadt Bünde erwählt
Karl Straubel zu seinem ersten Bürgermeister,
während die Geschicke des Amtes Ennigloh vom
Amtmann Ferdinand von Schütz geleitet werden.
Bereits am 17.Juli 1903 kann das neu erbaute
Amtshaus Ennigloh seiner Bestimmung
übergeben werden.
Ob aus dieser frisch gewonnenen Eigenständigkeit des Amtes
Ennigloh auch der Wunsch auf eine eigene
Schützengesellschaft keimte, kann heute nur vermutet
werden. Belegt durch Protokolle ist jedoch, dass sich am
14.September 1902 durch einen Aufruf in den Zeitungen von
Bünde im Lokal Giersberg (heute Hotel Handelshof) 56 Männer
aus Ennigloh einfinden und die Schützengesellschaft
Ennigloh gründen. Zum Vorsitzenden des zunächst
provisorischen Vostandes wird Herr Adolf Giersberg gewählt.
"Zur Deckung etwaiger Unkosten" wird ein Jahresbeitrag von
50 Pfennig festgesetzt. Die in der darauffolgenden
Generalversammlung vom 28. September 1902
angenommenen Statuten haben folgende Präambel:
Zur Förderung des Gemeinsinns und der Eintracht stiften die
Bewohner der Gemeinde Ennigloh und deren nächsten
Umgebung die Ennigloher Schützengesellschaft zu Ennigloh,
aus welcher ein Schützenbataillon gebildet wurde.
Der § 1 der genannten Statuten stellt fest, dass Mitglieder der
Gesellschaft nur solche Personen werden können, die das
18.Lebensjahr erreicht haben und auf deren bürgerlichen Ehre
kein Makel haftet.
Erstes Ziel der Schützengesellschaft ist ohne Frage ein eigener
Schießstand. Der Versuch der Brauerei Altwein & Huber aus
Bielefeld, einen Schießtand zu bauen, wenn die Schützen
sich verpflichten, den Stand zu verzinsen, schlägt fehl.
Landwirt Kisker aus Blanken macht den Ennigloher Schützen das
Angebot, auf eigene Kosten einen Schießstand zu errichten - das
Angebot wird gern angenommen und gleichzeitig beschlossen,
vom 13. -15 August 1904 auf den Kiskerschen Grundstück in Blanken
das erste Schützenfest zu feiern. So geschehen mit dem ersten
Schützenkönigspaar Adolf Giersberg und Minna Rodenberg.
Ein Jahr später - neuer Vorsitzender ist inzwischen der
Kaufmann Heinrich Breitenbürger - erringt Albert Schwedthelm
die Schützenkönigswürde, zu seiner Königin
erwählt er Frau Frieda Landwermann.
1906
In Berlin läßt der arbeitslose Schuster Wilhelm
Viogt, verkleidet als Hauptmann, den Bürgermeister
von Köpenick verhaften und beschlagnahmt die
Stadtkasse, während in Ennigloh wegen der
wachsenden Bevölkerungszahl und der Zunahme der
strafbaren Handlungen der erste hauptamtliche
Polizeibeamte der Gemeinde eingestellt wird.
1911 wird Richard Schäfer Amtmann von Ennigloh.
In diesen Jahren kann die Schützengesellschaft Ennigloh eine
rasch ansteigende Mitgliederzahl und somit einen stetigen
Aufschwung verzeichnen.
Im Jahre 1913 entschließt sich der Landwirt Kisker, der auch schon
den Schießstand errichtet hatte, nun auch die Schützenhalle zu bauen.
Die Inangriffnahme der Bauarbeiten erfolgt im Frühjahr 1914.
-Der 1. Weltkrieg-
1. August 1914 - Das Deutsche Reich erklärt Rußland
und zwei Tage später Frankreich den Krieg.
Der heimischen Bevölkerung hat das Jahr 1914 ohnehin
einen schweren Schlag versetzt: im Frühjahr fallen viele
Kinder der unbarmherzigen Diptherie zum Opfer.
Das Schützenfest wird in diesem Jahr nicht gefeiert. Zwar sind die
Vorbereitungen zum Fest in vollem Gange - die Ennigloher haben
schon Straßen und Häuser mit Grün und Fahnen geschmückt - da
verkünden am 31. Juli die Glocken von Bünde die Mobilmachung.
Während der Kriegsjahre ruht die Schützensache vollkommen.
Der Friedensvertrag wird am 28. Juni 1919 unterzeichnet
und die Verfassung der Weimarer Republik verabschiedet.
An den Wahlen für die verfassungsgebende Nationalversammlung
dürfen erstmals auch Frauen teilnehmen!
So wie es allen anderen ergeht, erholen sich auch die Ennigloher
nur langsam von den Kriegsfolgen.
-Die Zwanziger-
Die Inflation ist unbeschreiblich: im September kostet 1 Liter
Milch 5.200.000,00 Mark und war im Oktober nicht unter
2 Millarden Mark zu haben.
Zwar läßt das Jahr 1919 noch keine Feststimmung aufkommen
doch sieht man im Frühjahr 1920 die Schützen von Ennigloh wieder
emsig bei der Arbeit und Anfang Juli feiert man bereits wieder ein
Schützenfest. In den Zeiten der Inflation erfahren die alljährlichen
Schützenfeste wieder eine Unterbrechung, und zwar 1922 und 1923.
1925 übernimmt dann Max Torweihe den Vorsitz und macht sich
um die Gesellschaft besonders verdient, bis er 1937 von Heinrich
Böckstiegel abgelöst wird.
-Die Dreißiger-
1934: Die Technik schreitet fort:: Das Luftschiff
"Graf Zeppelin" startet in Friedrichshafen zu seiner
Fahrt nach Rio...und zeitgleich bereitet Adolf Hitler
seine Machtübung vor.
...und in Bünde wird die Bismarckbrücke
eingeweiht.
Die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten geht an den
Vereinen nicht spurlos vorüber. So werden 1934 auch die Ennigloher
Schützen in den Deutschen Schützenbund eingegliedert, der eine
Unterorganisation des Reichsbundes für Leibesübungen darstellt.
Nach der neuen Satzung heißt der 1. Vorsitzende nun "Vereinsführer".
Bürgermeister Schäfer leitete persönlich diese wichtige Versammlung.
Angesagter Zweck des Vereins ist nun "die leibliche und seelische
Erziehung seiner Mitglider im Geiste des nationalsozialistischen
Volksstaates".
1939 - der 2. Weltkrieg
Das letze Schützenfest vor dem 2. Weltkrieg wird am 1. Juli
1939 begangen und niemand ahnt die Katastrophe, die bald
hereinbricht...
-Die Nachkriegszeit-
Mit der Währungsreform 1948 kommt die "soziale
Marktwirtschaft - es geht wieder aufwärts und
1949 wird vor dem parlamentarischen Rat in Bonn
das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
feierlich verkündet.
Theodor Heuss wird Bundespräsident.
Der Wiederaufbau beginnt - denn auch unsere Stadt
ist von den Kriegseinflüssen gekennzeichnet. In
Ennigloh wird Dr. Erich Martens Amtsdirektor und
Wilhelm Kammann Amtsbürgermeister.
Und die Ennigloher Schützen? Unmittelbar nach dem Krieg
denkt natürlich noch niemand an das Schützenwesen, zumal
alle Vereine durch Verordnungen aufgelöst werden.Ein Jeder
ist damit beschäftigt, sich eine neue Existenz aufzubauen und
zu überleben.
Doch ab 1949, nach der Bildung der deutschen Bundesregierung
können die Vereine ihre Arbeit wieder aufnehmen. So versammeln
sich im Oktober 1949 erstmalig wieder 43 Schützen im Schützenhof.
Unter dem Vorsitzenden Heinrich Böckstiegel wird die Gesellschaft
zu neuem Leben erweckt.
-Die Fünziger-
Die Bundesrepublick Deutschland wird 1951 in den
Europarat aufgenommen.
Das Wirtschaftswunder beginnt.
Die heimatliche Bauindustrie erreicht einen nie geahnten
Aufschwung - so kann sich Ennigloh 1956 mit einer neuen
Volksschule und 1958 mit dem Neubau einer ev. Kirche
schmücken.
Die Fünfziger sind auch für die Ennigloher Schützen
ereignisreiche Jahre.
Die Satzungen, die 1950 erlassen werden, sind den neuen
Verhältnissen angepaßt. Der Grundsatzt: Gemeinsinn und
Eintracht zu fördern, bleibt erhalten.
Nun werden auch wieder rauschende Feste gefeiert. Das
50 jährige Bestehen stellt 1952 den glanzvollen Höhepunkt der
gesamten Ennigloher Bevölkerung dar. Das deutsche
Wirtschaftswunder beseelt auch die Vereine. Ein stetiges
Ansteigen der Mitgliederzahl zeugen von der starken Anziehungskraft
der Schützengesellschaft Ennigloh. Ein eigener Spielmannzug wird im
Jahre 1953 gegründet, der sich schnell in vielen überregionalen
Wettbewerben auszeichnet. Dank des starken Zusammhalts
der Mitglieder und voll Hoffung auf unbeschwerte Zeiten keimt schon bald
darauf der Wunsch nach einem neuen, eigenen Schießstand auf,
der schon 1954 in Angriff genommen wird. Dies ist auch ein Grund
dafür, dass die Schützengesellschaft Ennigloh am 26.4.1955
in das Vereinsregister beim Amtsgerichts Bünde eingetragen wird,
Pünktlich zum Schützenfest 1956 kann man ausführlich in der
Presse über die Einweihung des neu erbauten Schießstandes in
Ennigloh lesen, der einer der besten im Regierungsbezirk
Detmold ist. Die Baukosten belaufen sich auf 22.363,20 DM.
Den Ehrenschuß gibt zu diesem Anlaß Amtsdirektor Dr Martens
persönlich ab. Nun kann die Schützengesellschaft ihren eigentlichen
Sinn, nähmlich die Förderung des Schießsportes, ganz erfüllen.
1957 gibt Heinrich Böckstiegel nach 24 bestimmt nicht mehr
schattenlosen Jahren den Vorsitz an Hermann Kronsbein ab.
Der Schießsport - inzwischen eine olympische Disziplin -
erhält durch den Beitritt zum Deutschen Schützenbund einen
ganz neuen, bedeutenden Stellenwert, er rückt nun immer mehr
in den Vordergrund . Sportliche Erfolge reihen sich aneinander
- aber auch das sogenannte Gesellschaftschießen um Pokale
und Sachpreise erfreut sich großer Beliebtheit.
Die nächsten Jahre verlaufen ohne besondere Vorkommnisse
in gewohnter Tradition: Schützenfeste mit großer Polonäse und
anschließenden Feuerwerk auf Kiskers Wiese bilden herausragende
Ereignisse. Die Kinderschützenfeste mit fröhlichen Spielen und Kuchen,
Kakao und Kinderschützenkrone ziehen mit über 1000 Kinder in ihren Bann.
Ebenso gehört der Feldgottesdienst zur traditionellen und gern
besuchten Einrichtung. Zu dieser Zeit wird das Jugendschutzgesetz
sehr genau ausgelegt - so ist in der Presse die Mitteilung des
Kreisjugendamtes zu lesen: "15jährige gehören nicht auf den Tanzboden".
-Die Sechziger-
1961 - Trotz Bau der Mauer: das Leben pulsiert -
Sport wird wieder groß geschrieben.
In Ennigloh werden neue Sportplätze und 1966
gar ein modernes Hallenbad eröffnet.
Die geheime Vorstandswahl der Ennigloher Schützen kann
1963 Fleischermeister Julius Lange für sich verbuchen.Unter
seiner souveränen Leitung und seinem gewinnenden Naturell
steigt die Mitgliedzahl auf über 400 an.
Unter den Bünder Schützenvereinen wird nun regelmäßig mit
Erfolg ein Stadtpokal ausgeschossen. Mal gefragt, wieso
ausgerechnet die Ennigloher Schützen so gut schießen,
antwortete Lange verschmitzt lächelnd:" Die sind bloß zu
faul zum Wackeln".
Da der Fortschritt auch bei den Sportwaffen rasante Sprünge
macht, kann im Jahre 1964 das erste "rückstoßfreie"
Luftgewehr vom Typ Feinwerbau angeschafft werden, und
zwar zum Preise von 370,00 DM. Ansonsten wird immer mehr
die Mahnung zu mehr Sparsamkeit laut, zumal die Kosten für
die Ausrichtung der Feste immens angestiegen sind.
Gleichzeitig wird dem Ansinnen auf Nachwuchs mit der
Gründung eines Jugendfanfarenzuges Rechung getragen.
So plätschern die nächsten Jahre in traditioneller
Schützenmanier dahin...
1969
die Welt horcht auf - der erste Mensch betritt den Mond
und im gleichem Jahr ist die Stadt Bünde und das Amt
Amt Ennigloh nach dem "Herford-Gesetz" wieder vereint.
-Die Siebziger-
Die Bundesrepublik und die DDR unterzeichnen
am 21.12.1972 in Ost-Berlin den
Grundlagenvertrag zwischen beiden deutschen
Staaten.
Bünde entwickelt sich infolge der Stadtsanierung
zu einer mordernen, aufstrebenden Stadt. In Ennigloh
steht ein großzügiges Schulzentrum
und die Anbindung an die Autobahn steht kurz vor der Vollendung.
Zur dieser Zeit, und zwar im Frühjahr 1975, wird der
langjährige Vorsitzende der Ennigloher Schützen Julius Lange
von Friedhelm Brinkmann abgelöst...
Das sportliche und gesellschaftliche Schützenleben verläuft
weiterhin planmäßig, bis..
---ja, bis 1978 die Heimat der Ennigloher Schützen, der
Schützenhof mitsamt des Schießstandes zugunsten des
Marktkauf-Hobbymarktes der Abrißbirne zum Opfer fällt.Die
Gesellschaft steht buchstäblich vor dem Nichts und entwickelt
sich zwangsläufig zu einem "Wanderverein". Einige Sportschützen
frönen ihren Schießsport vorübergehend oder gar dauernt in Nachbarvereinen,
während andere diesem Sport leider gänzlich den Rücken kehren. Die
Schützenfeste werden nun im Festzelt auf der Wilhelmshöhe gefeiert und die
Winterbälle finden zunächst im Saal der Wilhelmshöhe statt, danach auf den
"Elseterassen", und schließlich in der Gaststätte "Zur Klinke" statt. Es ist alles in allem
eine etwas farblose Zeit, die das Schützenwesen der Ennigloher doch sehr
einschränkt. Die Zeiten haben sich ohnehin gewaltig geändert: Wohlstand und
ein Groß an Freizeitangeboten haben inbesondere bei den Jugendlichen "Gemeinsinn
und Eintracht" stark verdrängt. Den Schützen dient indes schon bald ein provisorisch
hergerichteter Luftgewehr-Schießstand auf der Wilhelmshöhe in der Gäststätte
"Zur Pumpe", denn Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Für Wettkämpfe oder gar
Meisterschaften ist dieses Provisorium jedoch denkbar ungeeignet.
-Die Achtziger-
Das Computerzeitalter hat Deutschland voll erfaßt
und das Wort "Handy" ist ebenfalls kein Fremdwort mehr.
Alles ist neu und modern und dementsprechend ist auch 1981
in Bünde das neue Rathaus zu bewundern.
Man geht eben mit der Zeit...
...nur die Ennigloher Schützen treten auf der Stelle. Zwar geht das Schützenleben
weiter, der Vorsitz geht 1980 an Reinhold Börmck.1982 an Günter Kuckuck
und 1986 übernimmt Werner Beinke die Leitung, doch sind einschneidende
Veränderungen nicht zu verzeichnen. Wohl weden mehrfach Anstrengungen
unternommen, einen neuen Schießstand zu errichten, der Erfolg bliebt bei den
Ennigloher Schützen jedoch versagt. Immer andere Hindernisse bringen das
jeweilige Vorhaben zum Scheitern. Große Skeptiker geben für dem
Verein kaum einen Pfifferling. So scheint es verwunderlich, dass im
sportlichen Bereich trotz alledem beachtliche Erfolge zu verzeichnen sind.
Die Ennigloher sind eben zäh! Auch ist der Schießsport lange keine Männerdomäne mehr,
die Damen drängt es mehr und mehr zu Luftgewehr und Luftpistole.
-Die Neunziger-
Wer kann es vergessen : - Der Beitritt der
ehmailgen DDR zur Bundesrepublick
beendet die mehr als 40 jährige
Teilung Deutschlands.
Auf der Wilhelshöhe findet im Frühjahr 1990 die alljährliche
Jahreshauptversammlung statt und die Ennigloher Schützen
wählen aus ihrer Mitte Karl-Heinz Altemeier zu ihrem
Vorsitzenden.
Ist es wieder, wie zu den Anfängen, der äußere Einfluß, das
Bedürfnis Neues zu schaffen und Bewährtes zu erhalten,der die
Ennigloher Schützen abermals aufbäumen läßt? Der Ruf nach
einem neuen Schießstand ist immer lauter und mit Nachdruck
zu hören! Es werden Vorschläge gründlich ausgewertet und
allmählich nimmt die Planung die Formen an,
die bereits 1991 abschließend beschlossen werden. Zwar
besteht keine Möglichkeit, einen Schießstand in Ennigloh´s
Mitte errichten zu können,im beanchbartem Ortsteil Muckum
lässt sich dieses recht imposante Projekt dagegen in die Tat
umsetzen. Denn ein "Behelf" soll dieser Schießstand nicht werden.
Es wird geplant, gerechnet und große wie kleine Spenden gern
entgegen genommen. An so manche Tür wird geklopft, bis
etliche Hindernisse aus dem Weg geräumt sind.
Wie schon 1954 so heißt auch jetzt wieder der Wahlspruch:
"Stein auf Stein und Hand in Hand schaffen wir den Schützenstand".
Und dass Handwerk goldenen Boden hat;
stellen die Schützen sehr deutlich unter Beweis: denn das
Gebäude mit 12 Schießständen und großem Aufenhaltsraum
wird überwiegend durch Eigenhilfe geschaffen. Darauf sind
Bedürfnis Neues zu schaffen und Bewährtes zu erhalten,der die
Ennigloher Schützen abermals aufbäumen läßt? Der Ruf nach
einem neuen Schießstand ist immer lauter und mit Nachdruck
zu hören! Es werden Vorschläge gründlich ausgewertet und
allmählich nimmt die Planung die Formen an,
die bereits 1991 abschließend beschlossen werden. Zwar
besteht keine Möglichkeit, einen Schießstand in Ennigloh´s
Mitte errichten zu können,im beanchbartem Ortsteil Muckum
lässt sich dieses recht imposante Projekt dagegen in die Tat
umsetzen. Denn ein "Behelf" soll dieser Schießstand nicht werden.
Es wird geplant, gerechnet und große wie kleine Spenden gern
entgegen genommen. An so manche Tür wird geklopft, bis
etliche Hindernisse aus dem Weg geräumt sind.
Wie schon 1954 so heißt auch jetzt wieder der Wahlspruch:
"Stein auf Stein und Hand in Hand schaffen wir den Schützenstand".
Und dass Handwerk goldenen Boden hat;
stellen die Schützen sehr deutlich unter Beweis: denn das
Gebäude mit 12 Schießständen und großem Aufenhaltsraum
wird überwiegend durch Eigenhilfe geschaffen. Darauf sind
die Ennigloher Schützen mit Recht stolz!
Im Juni 1995 findet im festlichen Rahmen die feierliche Einweihung
statt. Im gleichen Jahr wird schon der Winterball in den noch
"frischen" Räumlichkeiten gefeiert.
Die Mühe hat sich gelohnt - neue Mitglieder werden gewonnen, die
Stände sind zu den Traingingsabenden belegt und mit beachtlichen
sportlichen Erfolgen, wie zahlreiche Kreis-, Bezirks- und sogar
Landesmeistertiteln, kann aufgewartet werden.
Es geht aufwärts...
--Die Jahrtausendwende--
2002 -100 Jahre Schützengesellschaft Ennigloh
Auch nach 100 Jahren noch ist der Zweck der Ennigloher
Schützengesellschaft die Förderung der Schießsports mit
dem Leitmotiv "Gemeinsinn und Eintracht".
Dies hat auch für die Zukunft Gültigkeit - Die Weichen in die richtige Richtung sind gestellt!
- Allen - ein herzliches Wilkommen !